Op. Dr. Erdal Erkoç
Op. Dr. Erdal ErkoçHNO-Facharzt · · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • Häufigste Ursache ist eine frühere Operation, bei der zu viel Septumknorpel ohne ausreichende Stütze entfernt wurde. Auch Verletzungen und manche Autoimmunerkrankungen kommen in Frage.
  • Die Operation kaschiert die Einsenkung nicht nur, sie baut das Stützgerüst der Nase neu auf, beginnend mit dem Septum.
  • Bei stark eingefallenen Nasen kann oft nur Rippenknorpel genug Stütze liefern.
  • Nach 12 Monaten ist die Nase zu etwa 80 % verheilt, vollständig frühestens nach 24 Monaten. Ihr Nachsorgeplan wird bei der Untersuchung festgelegt.

Die Sattelnase, umgangssprachlich auch als eingesunkene Nase bezeichnet, entsteht durch den Verlust der strukturellen Stütze des Nasenrückens. Der Nasenrücken weist eine deutliche Einsenkung auf; damit können eine unterschiedlich ausgeprägte Verkürzung der Nase und eine nach unten gedrehte Nasenspitze einhergehen. In leichten Fällen ist nur der knorpelige Teil des Nasenrückens betroffen, bei ausgeprägtem Einsinken kann sich die Veränderung bis zu den Nasenknochen und dem Septumgerüst erstrecken.

Seitenprofil einer Frau mit leichter Sattelnase: Einsenkung in der Mitte des Nasenrückens

Ursachen einer eingesunkenen Nase

Eine Sattelnase kann viele Ursachen haben.

UrsacheDetails
Frühere NasenoperationZu den häufigsten gehören frühere Nasenoperationen, vor allem wenn bei einer Rhinoplastik oder Septumplastik zu viel Septumknorpel entfernt und keine ausreichende Stütze erhalten wurde.
VerletzungEine weitere häufige Ursache sind Verletzungen. Nasenbeinbrüche mit Beteiligung des Septums können fehlerhaft verheilen oder ein fortschreitendes Absterben des Knorpels auslösen, sodass die Nase erst Monate oder sogar Jahre nach dem Unfall einsinkt.
Autoimmunerkrankung, Infektion und anderer GewebeverlustBestimmte Autoimmunerkrankungen wie die Granulomatose mit Polyangiitis oder die rezidivierende Polychondritis können das Knorpelgerüst durch chronische Entzündung allmählich zerstören. Auch schwere Infektionen, ein Septumabszess, früherer Kokainkonsum, angeborene Fehlbildungen und misslungene rekonstruktive Eingriffe können zu einem erheblichen Verlust an Stützgewebe führen, der eine aufwendige Rekonstruktion erfordert.

Unabhängig von der Ursache ist das Ziel der Operation immer dasselbe: Das Stützgerüst der Nase muss wieder aufgebaut werden, statt die Einsenkung nur zu kaschieren.

Untersuchung und Beurteilung vor der Operation

Am Anfang jeder genauen Diagnose steht eine gründliche Untersuchung. Von außen werden die Einsenkung des Nasenrückens, die Projektion der Spitze, die Länge der Nase, die Symmetrie, die Hautbeschaffenheit, Narben und die Gesichtsproportionen beurteilt. Ebenso wichtig ist die Untersuchung des Naseninneren: der Zustand des Septums, der noch vorhandene Knorpel, Engstellen, vergrößerte Nasenmuscheln, ein Kollaps der inneren Nasenklappe und der Zustand der Schleimhaut.

Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie können in bestimmten Fällen hilfreich sein, vor allem nach schweren Verletzungen oder früheren Rekonstruktionen. Die OP-Planung stützt sich aber vor allem auf eine sorgfältige körperliche Untersuchung und eine genaue Vorstellung davon, wo im dreidimensionalen Gerüst Stütze fehlt.

Der Chirurg muss klären, welche Strukturen wiederaufgebaut werden müssen und ob noch genügend Septum- oder Ohrknorpel vorhanden ist. Bei ausgeprägten Deformitäten ist Rippenknorpel oft das einzige Material, mit dem sich wieder ausreichend Stabilität herstellen lässt.

Wann wird Rippenknorpel verwendet?

Rippenknorpel kann für die Rekonstruktion in Betracht gezogen werden, wenn die vorhandene Knorpelstütze der Nase nicht ausreicht. Die Transplantatquelle wird anhand des Untersuchungsbefunds gewählt.

Entnahme von Rippenknorpel

Rippenknorpel wird über einen Schnitt im Brustbereich entnommen. Über die Lage des Schnitts und die Narbe wird vor der Operation informiert.

Entnommen wird nur ein Teil des Knorpels, die Stabilität der Brustwand bleibt erhalten. Moderne Techniken setzen auf einen schonenden Umgang mit dem Gewebe, damit Beschwerden gering bleiben, die Heilung zügig verläuft und die Narbe möglichst unauffällig wird.

Nach der Entnahme wird der Knorpel sorgfältig vorbereitet. Mit speziellen Schnitttechniken werden innere Spannungen im Knorpel ausgeglichen, um das Risiko einer späteren Verbiegung (Warping) zu verringern.

Anschließend wird die Entnahmestelle schichtweise verschlossen, damit sie kosmetisch gut verheilt und die Beschwerden nach der OP gering bleiben.

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Op. Dr. Erdal Erkoç bei einer Nasenoperation mit seinem Team

Wiederaufbau des Stützgerüsts der Nase

Die moderne Sattelnasenkorrektur ist im Kern ein Wiederaufbau des Nasengerüsts und keine kosmetische Unterfütterung.

An erster Stelle steht die Wiederherstellung der Septumstütze mit einem kräftigen zentralen Transplantat, das die tragende Funktion des ursprünglichen Septums übernimmt. Dieses rekonstruierte Septum bildet das Fundament, auf dem der Rest der Nase wieder aufgebaut wird.

Mit Transplantaten für Nasenrücken, Septum und Nasenspitze wird versucht, die Stütze wiederaufzubauen; auch der Zustand der Atemwege wird bei der Operationsplanung beurteilt.

Heilung nach einer Sattelnasenkorrektur

Die Heilung nach einer Rhinoplastik mit Rippenknorpel erfordert Geduld, denn es handelt sich um einen umfassenden Wiederaufbau und nicht um eine kleine kosmetische Korrektur.

Im Monat 12 ist die Nase zu etwa 80% verheilt; die vollständige Heilung ist frühestens im Monat 24 abgeschlossen. Ihr persönlicher Nachsorgeplan für die Sattelnasenkorrektur wird bei der Untersuchung festgelegt.

Eine langfristige Nachsorge gehört zu einer gelungenen Rekonstruktion dazu. So lassen sich die Stabilität der Transplantate, die Nasenatmung und die Entwicklung der Form sorgfältig kontrollieren.

Mögliche Risiken und Komplikationen

Wie jeder komplexe rekonstruktive Eingriff ist auch die Sattelnasenkorrektur mit Risiken verbunden. Dazu gehören Infektion, Nachblutung, länger anhaltende Schwellung, Verbiegung oder teilweiser Abbau des Transplantats, Asymmetrie, Narbenbildung, weiterhin behinderte Nasenatmung und die mögliche Notwendigkeit einer Nachkorrektur.

Untersuchung in Istanbul

Bei der Untersuchung mit Op. Dr. Erdal Erkoç in der EE Clinic können Sie über frühere Operationen und Beschwerden bei der Nasenatmung sprechen. Die Operationen finden im Medipol Acıbadem Regional Hospital statt.

Verfasst und geprüft von Op. Dr. Erdal Erkoç, HNO-Facharzt · Zuletzt geprüft: